Delegation Poker
Spielerische Methode, um im Team Klarheit über Entscheidungsbefugnisse zu schaffen: Wer entscheidet was, und wie viel Einfluss hat das Team? Delegation Poker nutzt 7 Stufen der Delegation (von „die Führungskraft entscheidet allein“ bis „das Team entscheidet vollständig autonom“) und macht die oft unausgesprochenen Annahmen über Entscheidungshoheit explizit und verhandelbar.
Die 7 Delegationsstufen: Verkünden (Tell): Die Führungskraft entscheidet und informiert das Team. Verkaufen (Sell): Die Führungskraft entscheidet, erklärt aber ihre Gründe und versucht zu überzeugen. Befragen (Consult): Die Führungskraft holt Input vom Team ein, entscheidet aber selbst. Einigen (Agree): Führungskraft und Team entscheiden gemeinsam als Gleichberechtigte. Beraten (Advise): Das Team entscheidet, die Führungskraft gibt Rat. Erkundigen (Inquire): Das Team entscheidet, die Führungskraft wird danach informiert. Delegieren (Delegate): Das Team entscheidet vollständig autonom, die Führungskraft ist nicht involviert.
Das Kernproblem: Die meisten Teams haben keine expliziten Vereinbarungen über Entscheidungsbefugnisse. Die Führungskraft denkt, sie delegiert (Stufe 6–7), das Team glaubt, es muss alles absegnen lassen (Stufe 1–2). Oder umgekehrt: Das Team handelt autonom, während die Führungskraft Mitsprache erwartet. Delegation Poker macht diese Diskrepanz sichtbar, bevor sie zum Konflikt wird.
Das Delegation Board: Nach dem Poker werden die Ergebnisse in einer Matrix visualisiert. Zeilen = Entscheidungsbereiche (z. B. Technologie-Auswahl, Urlaubsplanung, Budget bis 500€), Spalten = die 7 Stufen. Das Board hängt sichtbar im Teamraum und wird bei Bedarf angepasst. Es ist das lebende Dokument der Entscheidungskultur im Team.
Delegation Poker eignet sich besonders für Teams im Wandel: Neue Führungskraft, Umstellung auf agiles Arbeiten, wachsendes Team oder nach Konflikten, die aus unklaren Befugnissen entstanden sind.
Rollen & Verantwortung Führung Entscheidungen & Beteiligung
60–90 Min