Workshop-Ablauf
Purpose & Mission Workshop
Quelle: Simon Sinek (Start with Why), Patrick Lencioni ↗ nachlesen
- Dauer
- 2–3 Std
- Für
- Team
- Geeignet für
- Vor Ort, Remote, Hybrid
Wann einsetzen
Bei Teamgründung, nach größeren Umstrukturierungen, wenn das Team den Bezug zum „Warum“ seiner Arbeit verloren hat, oder als Grundlage für strategische Planung.
Beschreibung
Workshop zur gemeinsamen Erarbeitung von Team-Purpose und Mission-Statement. Der Unterschied ist entscheidend:
PurposeWarum existieren wir? Was ist unser übergeordneter Daseinszweck? Der Purpose ist zeitlos und unabhängig von aktuellen Projekten. Er beantwortet die Frage: „Was wäre anders, wenn es unser Team nicht gäbe?“
MissionWas tun wir konkret? Für wen? Und was unterscheidet uns? Die Mission ist konkreter und kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sie beantwortet: „Was tun wir in den nächsten 1–3 Jahren, um unserem Purpose zu folgen?“
Der Workshop ist kein Wordsmithing-Marathon, sondern ein Alignment-Instrument: Im Prozess, gemeinsam die richtigen Worte zu finden, klären Teams fundamentale Fragen darüber, wer sie sind und wohin sie wollen. Das Ergebnis, also die formulierten Sätze, ist oft weniger wichtig als die Diskussionen, die dorthin führen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1Warm-up:„Warum ist unsere Arbeit wichtig?“ (10 Min): Jede:r beantwortet in 2 Sätzen: Was würde fehlen, wenn es unser Team nicht gäbe? Reihum teilen, ohne Diskussion, nur zuhören.
- 2Impact Stories sammeln (15 Min):Jede:r erzählt eine kurze Geschichte (2 Min), in der das Team wirklich etwas bewegt hat. Was war die Situation? Was haben wir getan? Was hat sich dadurch verändert? Diese Stories sind der Rohstoff für den Purpose.
- 3Purpose-Elemente extrahieren (15 Min):Aus den Stories gemeinsam die Kernthemen herausarbeiten. Was wiederholt sich? Was erzeugt die meiste Energie? Auf Stickies sammeln und clustern. Leitfrage: „Welchen Beitrag leisten wir, der über die reine Aufgabenerfüllung hinausgeht?“
- 4Purpose formulieren (20 Min):In Zweiergruppen erste Purpose-Entwürfe schreiben. Format: „Wir existieren, um …“ oder „Unser Beitrag ist …“ Maximal 1–2 Sätze. Keine Marketing-Sprache, es muss echt klingen.
- 5Purpose verfeinern (15 Min):Alle Entwürfe vorstellen und die Elemente herauspicken, die am meisten resonieren. Gemeinsam eine finale Version erarbeiten. Test: Könnte man diesen Purpose auch für ein anderes Team verwenden? Wenn ja, ist er nicht spezifisch genug.
- 6Mission ableiten (20 Min):Basierend auf dem Purpose: Was tun wir konkret, um diesen Purpose zu erfüllen? Für wen? Wie unterscheiden wir uns? Die Mission ist zeitlich begrenzt (1–3 Jahre) und konkreter. Format: „Wir [was wir tun] für [für wen], indem wir [wie wir es tun]“.
- 7Commitment und nächste Schritte (10 Min):Purpose und Mission sichtbar machen: im Office, im Wiki, im Team-Channel. Vereinbaren, wie und wann beides in den Alltag einfließt (z. B. als Check-in-Frage: „Zahlt das auf unseren Purpose ein?“).
Materialliste
- Whiteboard oder Flipchart, Sticky Notes, Stifte, Timer
- Optional: Ausgedruckte Beispiele guter Purpose-Statements als Inspiration