Workshop-Ablauf
Impact Mapping Workshop
Quelle: Gojko Adzic (Impact Mapping, 2012) ↗ nachlesen
- Dauer
- 2–3 Std
- Für
- Team, Zwischen Teams
- Geeignet für
- Vor Ort, Remote, Hybrid
Wann einsetzen
Bei der Quartalsplanung, wenn die Roadmap überladen ist und priorisiert werden muss, wenn Features geliefert werden, die keinen messbaren Impact haben, oder wenn Product und Engineering sich nicht einig sind, was gebaut werden soll.
Beschreibung
Strategische Planungsmethode, die sicherstellt, dass alle Deliverables einen klaren Bezug zu Geschäftszielen haben. Impact Mapping verbindet 4 Ebenen in einer Baumstruktur:
GoalWarum tun wir das? Das übergeordnete Geschäftsziel, messbar formuliert. Beispiel: „Conversion Rate von 2% auf 4% steigern.“
ActorsWer kann uns helfen oder hindern, dieses Ziel zu erreichen? Kunden, Nutzer:innen, interne Stakeholder, Wettbewerber. Nicht nur die offensichtlichen, sondern auch indirekte Akteure einbeziehen.
ImpactsWie sollen die Actors ihr Verhalten ändern? Welche Verhaltensänderung müssen wir bei den Actors bewirken, um das Goal zu erreichen? Beispiel: „Neue Nutzer:innen sollen den Onboarding-Prozess abschließen statt abzubrechen.“
DeliverablesWas können wir liefern, um diese Impacts zu erzeugen? Features, Kampagnen, Prozesse, Content. Das sind die konkreten Arbeitspakete.
Der TrickIndem man von rechts nach links liest, kann man für jedes Deliverable prüfen: Erzeugt es den gewünschten Impact? Erreicht es die richtigen Actors? Zahlt es auf das Goal ein? Wenn nicht, brauchen wir es wirklich?
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1Goal definieren (10 Min):Ein messbares Geschäftsziel formulieren. SMART-Kriterien: Spezifisch, Messbar, Erreichbar, Relevant, Terminiert. Das Goal wird die Wurzel des Impact Maps. Wenn das Team sich nicht auf ein Goal einigen kann, ist das bereits ein wertvolles Ergebnis.
- 2Actors brainstormen (15 Min):Wer beeinflusst, ob wir dieses Ziel erreichen? Stilles Brainstorming, dann clustern. Primäre Actors (z. B. Endnutzer:innen) und sekundäre Actors (z. B. Support-Team, Partner) unterscheiden. Auch „negative“ Actors einbeziehen: Wer könnte uns hindern?
- 3Impacts erarbeiten (25 Min):Für jeden Actor: Welche Verhaltensänderung wollen wir bewirken? Was sollen sie mehr/weniger/anders tun? Positiv formulieren: Nicht „Nutzer brechen weniger ab“, sondern „Nutzer schließen den Onboarding-Prozess ab“. Hier liegt der kreative Kern: Es geht um gewünschte Verhaltensänderungen, nicht um Features.
- 4Deliverables zuordnen (25 Min):Für jeden Impact: Was könnten wir liefern, um diese Verhaltensänderung zu bewirken? Mehrere Optionen pro Impact sammeln. Hier darf kreativ gedacht werden: Es müssen nicht nur Software-Features sein.
- 5Konsistenz-Check (10 Min):Die Map von rechts nach links lesen: Liefert dieses Deliverable wirklich den gewünschten Impact? Ist es der effizienteste Weg? Gibt es einfachere Alternativen?
- 6Priorisierung (15 Min):Welche Impacts sind am wichtigsten? Welche Deliverables haben den besten Aufwand/Impact-Ratio? Die Top-Deliverables in die Roadmap übernehmen.
- 7Hypothesen formulieren (10 Min):Für jedes priorisierte Deliverable: „Wir glauben, dass [Deliverable] dazu führt, dass [Actor] [Impact], was [Goal] voranbringt.“ Diese Hypothesen nach der Umsetzung validieren.
Materialliste
- Großes Whiteboard oder Miro-Board
- Sticky Notes in 4 Farben (je eine pro Ebene)
- Stifte
- Timer