Pluribus-Bibliothek

Von Workshop bis zur Einzelübung: alles, was du brauchst, um Teams weiterzuentwickeln

101 Einträge

Themenfelder
Workshop-Ablauf

Radical Candor Übungssession

Praxis-Workshop basierend auf Kim Scotts Framework für ehrliches, fürsorgliches Feedback. Radical Candor verbindet 2 Dimensionen: „Care Personally“ (persönlich kümmern) und „Challenge Directly“ (direkt herausfordern). Wo beides zusammenkommt, entsteht radikale Aufrichtigkeit, die Art von Feedback, die Menschen wachsen lässt. Die 4 Quadranten: Radical Candor (Care + Challenge): „Ich sage dir das, weil mir deine Entwicklung wichtig ist: Deine Präsentation hatte kein klares Argument. Lass uns gemeinsam an der Struktur arbeiten.“ Das ist der Zielzustand. Obnoxious Aggression (Challenge ohne Care): „Deine Präsentation war schlecht.“ Direkt, aber verletzend. Besser als Schweigen, aber zerstört Beziehungen. Runinous Empathy (Care ohne Challenge): „War eine gute Präsentation.“ (Obwohl sie es nicht war.) Nett gemeint, aber schadet langfristig. Die Person lernt nichts und wird beim nächsten Mal wieder scheitern. Manipulative Insincerity (weder Care noch Challenge): Hinter dem Rücken lästern, Feedback vermeiden, passiv-aggressives Verhalten. Der häufigste und schädlichste Quadrant. Der Dreischritt: Für jedes Feedback: 1. Situation (konkret, beobachtbar), 2. Verhalten (was die Person getan hat, nicht was sie „ist“), 3. Wirkung (was das Verhalten ausgelöst hat, bei dir, im Team, im Projekt). Dieser Dreischritt verhindert, dass Feedback zur Bewertung der Person wird. Radical Candor ist keine Lizenz zur Grobheit. „Care Personally“ kommt zuerst. Wer kein echtes Interesse an der Person hat, sollte kein Feedback geben. Die Reihenfolge ist: Beziehung aufbauen, dann herausfordern.

Kommunikation & Feedback Führung
90–120 Min
Workshop-Ablauf

OKR-Setting Workshop für Führungskräfte

Workshop-Format, in dem Führungskräfte gemeinsam mit ihren Teams Objectives and Key Results (OKRs) erarbeiten, das wirksamste Zielsetzungsframework für die Verbindung von Unternehmensstrategie und Team-Alltag. Der Workshop geht über die reine OKR-Mechanik hinaus und adressiert die Führungsaufgabe: Wie übersetze ich Strategie in motivierende, messbare Ziele? Warum OKRs ein Führungsthema sind: OKRs scheitern selten an der Methodik und fast immer an der Führung: Objectives, die niemand inspirieren. Key Results, die niemand beeinflusst. OKRs, die von oben diktiert statt gemeinsam erarbeitet werden. OKRs, die gesetzt und dann 3 Monate ignoriert werden. Der Workshop adressiert diese Führungsfehler direkt. Die Anatomie eines guten Objectives: Qualitativ, nicht quantitativ (die Zahlen gehören in die Key Results). Inspirierend: „Unsere Kund:innen lieben den Onboarding-Prozess“ statt „Onboarding verbessern.“ Ambitioniert, aber erreichbar: Wenn ein Team sicher ist, das Objective zu erreichen, ist es nicht ambitioniert genug. Wenn es unrealistisch klingt, frustriert es. Die Kunst liegt in der Mitte. Die Anatomie eines guten Key Results: Messbar und binär überprüfbar: Entweder erreicht oder nicht. Outcome, nicht Output: „NPS des Onboardings steigt von 30 auf 50“ (Outcome) statt „5 neue Features implementiert“ (Output). 3–5 Key Results pro Objective. Weniger ist beliebig, mehr ist unübersichtlich. Jedes Key Result muss vom Team beeinflussbar sein. Die Führungsrolle im OKR-Prozess: Alignment sicherstellen: Die Team-OKRs müssen auf die Unternehmens-OKRs einzahlen. Ambitionsniveau kalibrieren: Nicht zu leicht, nicht frustrierend. Wöchentliches Check-in: OKRs sind kein Quartals-Event, sondern ein Wochenrhythmus. Psychological Safety: OKRs dürfen scheitern. Bei 70% Erreichung ist das System gesund.

Ziele & Orientierung Führung
120–180 Min
Workshop-Ablauf

Führungskräfte-Feedback (360-Grad-Feedback)

Strukturiertes Feedback-Format, bei dem eine Führungskraft Rückmeldungen aus allen Richtungen erhält: vom eigenen Team (aufwärts), von Peers (seitwärts), von der eigenen Führungskraft (abwärts) und optional von Kund:innen oder Stakeholdern. Das 360-Grad-Feedback durchbricht die größte blinde Stelle der Führung: Führungskräfte erfahren selten, wie ihre Führung tatsächlich erlebt wird. Das Feedback-Vakuum: Je höher die Position, desto weniger ehrliches Feedback erhält man. Teammitglieder scheuen sich, der Chefin zu sagen, dass ihre Meetings ineffizient sind. Peers vermeiden Kritik, um die Beziehung nicht zu belasten. Das 360-Grad-Format schafft einen strukturierten, (teil-)anonymen Rahmen, der ehrliches Feedback ermöglicht. Die Dimensionen: Typische Feedback-Dimensionen für Führungskräfte: Kommunikation (Klarheit, Zuhören, Transparenz). Entscheidungsfähigkeit (Schnelligkeit, Qualität, Einbeziehung). Empowerment (Delegation, Vertrauen, Entwicklungsförderung). Vorbildfunktion (Integrität, Verlässlichkeit, Umgang mit Druck). Strategisches Denken (Vision, Priorisierung, Kontextvermittlung). Feedback-Kultur (gibt und empfängt Feedback, schafft psychologische Sicherheit). Anonymität vs. Offenheit. Die Gretchenfrage. Anonymes Feedback ist ehrlicher, aber weniger konkret. Offenes Feedback ist konkreter, aber oft geschönt. Empfehlung: Kombination. Quantitative Bewertungen (Skala 1–5) anonym, qualitative Kommentare optional namentlich. Das Team entscheidet gemeinsam über den Grad der Anonymität. Der entscheidende Moment: Nicht die Datenerhebung macht den Unterschied, sondern was danach passiert. Eine Führungskraft, die 360-Grad-Feedback erhält und nichts verändert, zerstört Vertrauen. Eine Führungskraft, die offen sagt „Hier ist, was ich gelernt habe, und hier ist, was ich ändern werde“, baut Vertrauen massiv auf.

Kommunikation & Feedback Führung Veränderung & Lernen
120–150 Min (Gesamtprozess)
Workshop-Ablauf

Servant Leadership Workshop

Workshop-Format, das Führungskräfte in die Praxis der dienenden Führung einführt: Statt die Team-Pyramide von oben zu steuern, stellt sich die Führungskraft in den Dienst des Teams: Sie räumt Hindernisse aus dem Weg, schafft optimale Arbeitsbedingungen und befähigt das Team, eigenständig Höchstleistung zu bringen. Das Paradox: Servant Leadership klingt wie ein Widerspruch: Führen durch Dienen. Tatsächlich ist es die anspruchsvollste Form der Führung, weil sie erfordert, das eigene Ego zurückzustellen und den Erfolg des Teams über die eigene Sichtbarkeit zu stellen. Die Führungskraft fragt nicht „Was soll das Team für mich tun?“, sondern „Was muss ich tun, damit das Team erfolgreich sein kann?“ Die 10 Prinzipien nach Greenleaf: Zuhören: Aktiv, empathisch, ohne sofort zu antworten. Empathie: Die Perspektive der Teammitglieder wirklich verstehen. Heilung: Konflikte und Verletzungen im Team adressieren. Bewusstsein: Die eigenen Muster, Stärken und blinden Flecken kennen. Überzeugung: Durch Argumente führen, nicht durch Autorität. Konzeptualisierung: Über den Alltag hinaus denken und Vision entwickeln. Voraussicht: Muster erkennen und proaktiv handeln. Stewardship: Ressourcen und Menschen verantwortungsvoll verwalten. Engagement für das Wachstum anderer: Jede:n im Team systematisch weiterentwickeln. Gemeinschaft aufbauen: Einen Raum schaffen, in dem Menschen sich zugehörig fühlen. Der Praxistest: Servant Leadership zeigt sich in kleinen Momenten: Die Führungskraft, die im Daily fragt „Was blockiert euch?“ statt „Was habt ihr geschafft?“ Die Führungskraft, die einen Termin absagt, um einem Teammitglied bei einem Problem zu helfen. Die Führungskraft, die im Meeting den Raum gibt, statt selbst zu dominieren. Servant Leadership ist kein Verzicht auf Führung, sondern eine Verschiebung des Fokus: von Kontrolle zu Befähigung, von Macht zu Einfluss.

Führung Rollen & Verantwortung
120–180 Min