Wann einsetzen
Zu Beginn jedes Workshops oder Meetings, besonders wenn die Gruppe aus unterschiedlichen Kontexten zusammenkommt oder wenn die Stimmung im Team gerade angespannt ist.
Beschreibung
Jede Person beschreibt ihre aktuelle Verfassung als Wetterlage: strahlender Sonnenschein, ein paar Wolken, Nebel, Gewitter im Anmarsch. Das Bild erlaubt eine ehrliche Antwort, ohne dass jemand private Gründe offenlegen muss.
Der Trick liegt in der Metapher. Auf die direkte Frage „Wie geht es dir?“ antworten in einem Arbeitskontext fast alle mit „gut“, weil es die sozial erwartete Antwort ist. „Bei mir ziehen gerade dunkle Wolken auf“ lässt sich dagegen sagen, ohne sich zu erklären. Die Gruppe erfährt trotzdem, woran sie ist.
Für die Moderation ist der Wetterbericht ein Frühwarnsystem: Wenn 3 von 8 Personen Gewitter melden, ist die geplante Agenda vielleicht nicht die richtige. Wer das ignoriert, moderiert an der Gruppe vorbei.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1Frage stellen (1 Min):„Wenn deine aktuelle Verfassung eine Wetterlage wäre, welche wäre es?“ Ein eigenes Beispiel voranstellen, damit klar wird, dass auch schlechtes Wetter erlaubt ist.
- 2Reihum (3–7 Min):Jede Person nennt ihr Wetter und höchstens einen Satz dazu. Reihenfolge vorher festlegen (im Kreis, oder alphabetisch bei Remote), damit niemand überlegen muss, wer wann dran ist.
- 3Nicht kommentieren:Die Moderation bedankt sich, diskutiert aber nicht. Ein Check-in ist kein Problemlösungsgespräch. Sonst dauert er 40 Minuten und die Gruppe ist erschöpft, bevor die Arbeit beginnt.
- 4Aufgreifen (1–2 Min):Wenn deutlich schlechtes Wetter im Raum ist, benennen: „Ich höre viel Gewitter. Sollen wir die Agenda anpassen?“ Das ist die eigentliche Funktion des Formats.
Materialliste
- Nichts
- Remote optional: Wetter-Emojis im Chat oder ein Board mit Wettersymbolen, auf dem sich alle verorten