Wann einsetzen
Bei Workshops zu heiklen Themen, bei Veränderungsvorhaben, bei neu zusammengesetzten Gruppen und immer, wenn die Beteiligten unterschiedlich viel Macht im Raum haben.
Beschreibung
Zu Beginn benennen alle, was sie sich von diesem Termin erhoffen und was sie befürchten. Beides wird sichtbar aufgeschrieben und bleibt während des Workshops hängen.
Der Wert liegt im zweiten Teil. Erwartungen werden oft abgefragt, Befürchtungen fast nie. Dabei sind sie das, was Beteiligung tatsächlich blockiert. Wer befürchtet, dass am Ende ohnehin die Chefin entscheidet, wird sich nicht einbringen. Ausgesprochen und aufgeschrieben verliert die Befürchtung ihre Wirkung, oder sie wird zu einem Punkt, den die Moderation ernsthaft adressieren kann.
Am Ende des Workshops geht man die Liste noch einmal durch: Was ist eingetreten, was nicht? Das macht aus dem Einstieg ein Versprechen, das überprüft wird.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1Flipchart teilen (1 Min):2 Spalten, „Was ich mir erhoffe“ und „Was ich befürchte“. Beide gleich groß, damit klar ist, dass beides erwünscht ist.
- 2Still schreiben (5 Min):Jede Person schreibt auf Stickies, je ein Gedanke pro Zettel. Still, damit sich niemand an anderen orientiert. Ausdrücklich einladen: „Befürchtungen sind hier keine Nörgelei, sondern Information.“
- 3Aufkleben und vorlesen (6–8 Min):Reihum ankleben und kurz vorlesen. Ähnliches gruppieren. Keine Diskussion, keine Rechtfertigung, auch nicht durch die Moderation.
- 4Reagieren (3–5 Min):Die Moderation geht die Befürchtungen durch und sagt ehrlich, was sie beeinflussen kann und was nicht. „Dass heute keine Entscheidung fällt, stimmt. Wir bereiten sie nur vor.“ Diese Ehrlichkeit ist wirksamer als jede Beschwichtigung.
- 5Hängen lassen:Das Chart bleibt sichtbar. Am Ende darauf zurückkommen (siehe Check-out).
Materialliste
- Flipchart oder Whiteboard
- Sticky Notes in 2 Farben
- Stifte.