Wann einsetzen
Bei Gruppen, denen das Sprechen über Stimmungen schwerfällt; zu Beginn längerer Workshops; und wenn ein Thema so komplex ist, dass eine direkte Frage nur Floskeln produziert.
Beschreibung
Auf dem Tisch liegen Bildkarten mit Fotos oder Illustrationen. Jede Person wählt die Karte, die ihre aktuelle Lage am besten trifft, und erklärt in 1–2 Sätzen, warum.
Das Bild übernimmt die Arbeit, für die sonst die Sprache zuständig wäre. Wer eine Karte mit einem Seil über einem Abgrund wählt, hat etwas gesagt, das ohne die Karte vielleicht ungesagt geblieben wäre, weil die Worte gefehlt hätten oder weil es zu direkt gewesen wäre. Der Umweg über das Bild senkt die Schwelle.
Deshalb eignet sich das Format besonders für Gruppen, in denen es schwerfällt, über Befindlichkeiten zu sprechen: technische Teams, Führungsrunden, oder Gruppen, die sich noch fremd sind.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1Karten auslegen (2 Min):40 bis 60 Karten gut sichtbar ausbreiten. Die Auswahl sollte breit sein: nicht nur schöne Bilder, auch sperrige und düstere, sonst wählt die Gruppe zwangsläufig positiv.
- 2Frage stellen (1 Min):„Welche Karte beschreibt, wie du gerade in dieses Thema hineingehst?“ Ruhig auswählen lassen, ohne Zeitdruck.
- 3Auswählen (2 Min):Alle gehen herum und nehmen eine Karte. Bei Doppelwahl: Die Karte darf mehrfach gewählt werden, dann eben gedanklich.
- 4Reihum erklären (5–8 Min):Karte zeigen, 1–2 Sätze dazu. Die Karte hochhalten, damit alle sehen, wovon die Rede ist. Nicht nachfragen, nicht deuten. Die Erklärung der Person gilt.
- 5Liegen lassen:Die Karten bleiben während des Workshops sichtbar. Beim Check-out kann jede Person eine neue wählen. Der Vergleich zeigt, was der Tag bewirkt hat.
Materialliste
- Ein Bildkartenset (z
- B
- Dixit-Karten, Coaching-Bildkarten, oder ausgedruckte Fotos)
- Remote: ein Board mit 40–60 Bildern, auf dem alle ihren Namen an ein Bild setzen