Gewaltfreie Kommunikation (GFK)
Kommunikationsmethode von Marshall Rosenberg, die Konflikte durch empathisches Zuhören und ehrlichen Selbstausdruck transformiert. Die GFK basiert auf der Annahme, dass hinter jedem Verhalten ein unerfülltes Bedürfnis steckt und dass Konflikte entstehen, wenn Menschen Strategien zur Bedürfniserfüllung verwechseln.
Beobachtung: Was ist konkret passiert? Ohne Bewertung, Interpretation oder Verallgemeinerung. Nicht „Du kommst immer zu spät“, sondern „Du bist heute und gestern 15 Minuten nach dem vereinbarten Zeitpunkt gekommen.“ Die Trennung von Beobachtung und Bewertung ist der schwierigste und wichtigste Schritt.
Gefühl: Wie fühle ich mich dabei? Echte Gefühle benennen, keine verdeckten Vorwürfe. „Ich bin frustriert“ statt „Ich fühle mich ignoriert“ (ignoriert ist eine Bewertung des Gegenübers, kein Gefühl). Typische echte Gefühle: verunsichert, ärgerlich, traurig, enttäuscht, besorgt.
Bedürfnis: Welches Bedürfnis steckt dahinter? Universelle menschliche Bedürfnisse wie Sicherheit, Zugehörigkeit, Autonomie, Wertschätzung, Klarheit. „Mir ist Verlässlichkeit wichtig“ statt „Du solltest pünktlich sein.“
Bitte: Was wünsche ich mir konkret? Eine positive, konkrete, machbare Handlungsbitte. „Kannst du mir Bescheid geben, wenn du dich verspätest?“ statt „Sei pünktlich.“ Wichtig: Eine Bitte ist keine Forderung, das Gegenüber darf auch Nein sagen.
Die GFK ist kein Weichspüler: Sie erfordert Mut, die eigene Verletzlichkeit zu zeigen, und Disziplin, das Gegenüber nicht zu bewerten. Im Team-Kontext verändert sie die Gesprächskultur nachhaltig.
Kommunikation & Feedback Konflikt
90–120 Min