Pluribus-Bibliothek

Von Workshop bis zur Einzelübung: alles, was du brauchst, um Teams weiterzuentwickeln

7 Einträge

Themenfelder
Workshop-Ablauf

Harvard-Konzept

Verhandlungsmethode, die auf dem Bestseller „Getting to Yes“ von Roger Fisher und William Ury basiert. Das Harvard-Konzept ersetzt Positionsverhandlungen (ich will X, du willst Y) durch interessenbasiertes Verhandeln und ermöglicht so Lösungen, von denen beide Seiten profitieren. Menschen und Probleme trennen: Konflikte eskalieren, wenn Sachfragen und Beziehungsebene vermischt werden. „Du blockierst das Projekt“ greift die Person an. „Wir brauchen eine Entscheidung bis Freitag“ adressiert das Problem. Regel: Hart in der Sache, weich zu den Menschen. Interessen statt Positionen: Positionen sind das, was jemand fordert. Interessen sind das, was jemand wirklich braucht. Ein Beispiel: 2 Geschwister streiten um eine Orange (Position: Ich will die Orange). Eines will den Saft, das andere die Schale zum Backen (Interessen). Beide können bekommen, was sie brauchen. Optionen zum gegenseitigen Vorteil entwickeln: Statt den Kuchen zu verteilen (Nullsummenspiel), den Kuchen vergrößern. Kreative Lösungen suchen, die die Interessen beider Seiten bedienen. Dafür braucht es eine Phase des Brainstormings, getrennt von der Entscheidung. Neutrale Beurteilungskriterien: Wenn die Interessen wirklich gegenläufig sind: objektive Kriterien heranziehen (Marktwert, Präzedenzfälle, Expert:innenmeinungen, gesetzliche Regelungen). Nicht „ich bekomme mehr, weil ich lauter bin“, sondern „wir einigen uns auf einen fairen Maßstab“. Das Harvard-Konzept ist keine Theorie, sondern ein praktisches Werkzeug, das in 60 Minuten vermittelt und sofort im Teamalltag angewendet werden kann.

Konflikt Werte & Fairness Kommunikation & Feedback
90–120 Min
Modell

Gewaltfreie Kommunikation (GFK)

Kommunikationsmethode von Marshall Rosenberg, die Konflikte durch empathisches Zuhören und ehrlichen Selbstausdruck transformiert. Die GFK basiert auf der Annahme, dass hinter jedem Verhalten ein unerfülltes Bedürfnis steckt und dass Konflikte entstehen, wenn Menschen Strategien zur Bedürfniserfüllung verwechseln. Beobachtung: Was ist konkret passiert? Ohne Bewertung, Interpretation oder Verallgemeinerung. Nicht „Du kommst immer zu spät“, sondern „Du bist heute und gestern 15 Minuten nach dem vereinbarten Zeitpunkt gekommen.“ Die Trennung von Beobachtung und Bewertung ist der schwierigste und wichtigste Schritt. Gefühl: Wie fühle ich mich dabei? Echte Gefühle benennen, keine verdeckten Vorwürfe. „Ich bin frustriert“ statt „Ich fühle mich ignoriert“ (ignoriert ist eine Bewertung des Gegenübers, kein Gefühl). Typische echte Gefühle: verunsichert, ärgerlich, traurig, enttäuscht, besorgt. Bedürfnis: Welches Bedürfnis steckt dahinter? Universelle menschliche Bedürfnisse wie Sicherheit, Zugehörigkeit, Autonomie, Wertschätzung, Klarheit. „Mir ist Verlässlichkeit wichtig“ statt „Du solltest pünktlich sein.“ Bitte: Was wünsche ich mir konkret? Eine positive, konkrete, machbare Handlungsbitte. „Kannst du mir Bescheid geben, wenn du dich verspätest?“ statt „Sei pünktlich.“ Wichtig: Eine Bitte ist keine Forderung, das Gegenüber darf auch Nein sagen. Die GFK ist kein Weichspüler: Sie erfordert Mut, die eigene Verletzlichkeit zu zeigen, und Disziplin, das Gegenüber nicht zu bewerten. Im Team-Kontext verändert sie die Gesprächskultur nachhaltig.

Kommunikation & Feedback Konflikt
90–120 Min
Literatur
67%

The Five Dysfunctions of a Team

Patrick Lencionis Klassiker diagnostiziert, warum Teams scheitern: nicht an mangelndem Talent oder fehlenden Ressourcen, sondern an 5 ineinander verschachtelten Dysfunktionen. Das Buch ist als Business-Fabel geschrieben: Eine neue CEO übernimmt ein dysfunktionales Führungsteam und arbeitet sich durch die 5 Ebenen. Diese Erzählform macht die Konzepte greifbar und unmittelbar anwendbar. Die fünf Dysfunktionen als Pyramide: Fehlende Vertrauensbasis: Teams, deren Mitglieder sich nicht verletzlich zeigen können, bauen keine echte Vertrauensbasis auf. Ohne Vertrauen schützen sich alle: Niemand gibt Fehler zu, niemand bittet um Hilfe. Angst vor Konflikten: Ohne Vertrauen vermeiden Teams echte, leidenschaftliche Debatten. Statt konstruktiver Auseinandersetzung herrscht künstliche Harmonie. Die wichtigen Themen werden im Flur besprochen, nicht im Meeting. Fehlendes Commitment: Wenn Meinungen nicht offen ausgetauscht werden, fühlen sich Teammitglieder nicht gehört und committen sich nicht wirklich zu Entscheidungen. Ambiguität und Halbherzigkeit sind die Folge. Vermeidung von Verantwortlichkeit: Ohne echtes Commitment zögern Teammitglieder, sich gegenseitig auf Verhalten und Leistung anzusprechen. Niedrige Standards werden toleriert. Fehlende Ergebnisorientierung: Wenn niemand Verantwortung einfordert, stellen Teammitglieder persönliche Ziele (Ego, Karriere, Abteilung) über die kollektiven Ergebnisse des Teams. Das Buch bietet zu jeder Dysfunktion konkrete Diagnose-Tools und Gegenstrategien. Lencionis Modell ist besonders wertvoll, weil es zeigt, dass Teamprobleme selten isoliert auftreten. Sie sind systemisch verbunden. Wer an der falschen Ebene ansetzt, verschwendet Energie.

Vertrauen & Sicherheit Konflikt Teamkultur & Zusammenarbeit
Lesezeit ~5h
Modell

Konfliktstufen nach Glasl

Systematischer Ansatz zur Diagnose und Bearbeitung von Konflikten, basierend auf Friedrich Glasls 9-stufigem Eskalationsmodell. Das Modell unterscheidet 3 Hauptphasen mit je 3 Stufen und zeigt, wie Konflikte sich verschärfen und welche Interventionen auf jeder Stufe angemessen sind. Phase 1: Win-Win. Auf den ersten 3 Stufen ist eine gemeinsame Lösung noch möglich. Stufe 1 (Verhärtung): Standpunkte verhärten sich, Spannungen sind spürbar, aber Gespräche noch möglich. Stufe 2 (Debatte und Polemik): Schwarz-Weiß-Denken setzt ein, verbale Konfrontation, Überzeugungsversuche. Stufe 3 (Taten statt Worte): Kommunikation bricht ab, Empathie schwindet, vollendete Tatsachen werden geschaffen. Phase 2: Win-Lose. Eine Seite gewinnt auf Kosten der anderen. Stufe 4 (Images und Koalitionen): Stereotypen entstehen, Verbündete werden gesucht, es geht um Reputation. Stufe 5 (Gesichtsverlust): Öffentliche Bloßstellungen, moralische Disqualifizierung der Gegenseite. Stufe 6 (Drohstrategien): Ultimaten, Drohungen, der Handlungsspielraum verengt sich massiv. Phase 3: Lose-Lose. Beide Seiten nehmen Schaden in Kauf. Stufe 7 (Begrenzte Vernichtungsschläge): Schaden wird billigend in Kauf genommen, solange die Gegenseite mehr leidet. Stufe 8 (Zersplitterung): Ziel ist die Zerstörung der Gegenseite. Stufe 9 (Gemeinsam in den Abgrund): Selbstzerstörung wird akzeptiert, wenn die Gegenseite mitfällt. Die Methode hilft Facilitator:innen, die aktuelle Eskalationsstufe zu diagnostizieren und die passende Intervention zu wählen: Moderation (Stufen 1–3), Prozessbegleitung (Stufen 3–5), Mediation (Stufen 4–6), Schiedsverfahren (Stufen 5–7) oder Machteingriff (Stufen 6–9).

Konflikt Kommunikation & Feedback
90–180 Min