Methode
Pluribus-Katalog

Conflict Mapping

Quelle: Simon Fisher et al. (Working with Conflict, 2000), adaptiert aus der Friedensforschung ↗ nachlesen

Dauer
60–90 Min
Für
Team, Zwischen Teams
Geeignet für
Vor Ort, Remote, Hybrid
Phase im Workshop
Verdichten

Wann einsetzen

Bei Konflikten mit vielen Beteiligten oder unklaren Fronten. Wenn der Konflikt komplex erscheint und niemand das Gesamtbild überblickt. Zur Vorbereitung einer Mediation oder Intervention. Wenn man verstehen will, warum bisherige Lösungsversuche gescheitert sind.

Beschreibung

Visuelle Methode zur Analyse komplexer Konflikte: Alle Beteiligten, ihre Beziehungen, Interessen und Machtdynamiken werden auf einer großen Karte dargestellt. Die Methode macht unsichtbare Strukturen sichtbar und hilft, strategische Ansatzpunkte für die Konfliktlösung zu identifizieren.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. 1
    Akteur:innen identifizieren (15 Min): Gemeinsam alle Personen, Gruppen und Rollen sammeln, die am Konflikt beteiligt oder davon betroffen sind. Auch indirekte Beteiligte: Wer hat Einfluss, wird aber nicht direkt genannt? Wer ist betroffen, sitzt aber nicht mit am Tisch? Jede:n als Kreis auf eine große Fläche (Whiteboard, Flipchart, Miro) zeichnen. Größe = Einfluss.
  2. 2
    Beziehungen einzeichnen (15 Min):Zwischen den Kreisen die Beziehungen darstellen. Legende erklären: Durchgezogene Linie = Allianz/gute Beziehung. Gezackte Linie = Spannung/Konflikt (je dicker, desto intensiver). Gestrichelte Linie = lose/abgebrochene Verbindung. Pfeile für Machtrichtung. Die Teilnehmenden diskutieren: „Wie ist die Beziehung zwischen A und B wirklich?“
  3. 3
    Themen und Streitpunkte ergänzen (10 Min):Die konkreten Streitpunkte als Rechtecke oder Sterne neben die relevanten Akteur:innen schreiben. Linien ziehen: Wer streitet über welches Thema? Oft zeigt sich: Es gibt nicht einen Konflikt, sondern mehrere verschränkte Konflikte.
  4. 4
    Muster erkennen (15 Min):Die fertige Karte gemeinsam analysieren. Leitfragen: Wo gibt es Cluster? Wer ist am stärksten vernetzt (und damit potenziell der Schlüssel zur Lösung)? Wer ist isoliert? Wo gibt es Brücken-Personen, die zu beiden Seiten Zugang haben? Gibt es Dreiecke (A redet über B mit C statt direkt mit B)?
  5. 5
    Hebelpunkte identifizieren (10 Min):Basierend auf den Mustern: Wo ist der effektivste Ansatzpunkt für eine Intervention? Typische Hebel: Brücken-Personen aktivieren, isolierte Parteien einbinden, Dreiecke aufbrechen (direkte Kommunikation herstellen), das Thema entflechten (verschiedene Streitpunkte getrennt bearbeiten).
  6. 6
    Interventionsplan skizzieren (10 Min):Für den identifizierten Hebelpunkt: Was ist der nächste konkrete Schritt? Wer spricht mit wem? Welches Format (direktes Gespräch, Mediation, Team-Meeting)? Timeline festlegen.

Materialliste

  • Großes Whiteboard oder Flipchart-Papier (A0)
  • alternativ Miro/Mural
  • farbige Stifte (für verschiedene Beziehungstypen)
  • Sticky Notes für Akteur:innen und Themen
  • Legende der Symbole (vorbereitet)