Mediation
Quelle: Klassische Mediationslehre, Harvard-Modell ↗ nachlesen
- Dauer
- 2–4 Std
- Für
- Einzelperson (Fachkraft), Einzelperson (Führungskraft), Team
- Geeignet für
- Vor Ort, Hybrid
Wann einsetzen
Wenn direkte Gespräche zwischen den Konfliktparteien gescheitert sind. Wenn die Arbeitsbeziehung erhalten werden soll. Wenn beide Seiten grundsätzlich bereit sind, eine Lösung zu finden. Nicht geeignet bei extremer Machtasymmetrie oder wenn eine Partei die Mediation verweigert.
Beschreibung
Strukturiertes Vermittlungsverfahren, bei dem eine neutrale dritte Person (Mediator:in) die Konfliktparteien durch einen klar definierten Prozess führt. Im Unterschied zur informellen Konfliktmoderation folgt die Mediation einem festen Phasenmodell und arbeitet mit verbindlichen Regeln.
Mediation im Team-Kontext eignet sich besonders, wenn informelle Gespräche gescheitert sind, aber die Arbeitsbeziehung erhalten bleiben soll.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1Vorgespräche (separat, je 15–20 Min):Mit jeder Partei einzeln sprechen. Ziel: Freiwilligkeit prüfen, den Konflikt aus jeder Perspektive verstehen, den Ablauf erklären, Bedenken ausräumen. Wichtig: Keine inhaltliche Positionierung durch die Mediator:in.
- 2Eröffnung und Regeln (10 Min):Beide Parteien begrüßen, Ablauf erklären, Gesprächsregeln vereinbaren: Ausreden lassen, Ich-Botschaften, keine Beleidigungen, Vertraulichkeit. Beide Parteien stimmen den Regeln aktiv zu. Mediator:in erklärt die eigene Rolle: Prozessbegleitung, keine Parteinahme, keine Lösungsvorgabe.
- 3Phase 1:Themensammlung (15 Min): Jede Partei benennt die Themen, die aus ihrer Sicht bearbeitet werden müssen. Die Mediator:in schreibt alle Themen sichtbar auf, ohne zu priorisieren oder zu bewerten. Gemeinsam die Reihenfolge festlegen: Womit anfangen?
- 4Phase 2:Interessenklärung (40–60 Min): Das Herzstück der Mediation. Für jedes Thema schildert jede Partei ihre Sicht, die Mediator:in fragt nach den dahinterliegenden Interessen. Technik: „Was ist dir dabei wichtig? Was brauchst du?“ Aktives Zuhören und Spiegeln: „Wenn ich dich richtig verstehe, ist dir wichtig, dass …“ Die Parteien müssen sich nicht gegenseitig verstehen, die Mediator:in überbrückt.
- 5Phase 3:Lösungsoptionen (20–30 Min): Erst jetzt werden Lösungen gesucht. Brainstorming-Modus: Alle Ideen sammeln, noch nicht bewerten. Die Mediator:in achtet darauf, dass beide Seiten beitragen und Optionen nicht sofort abgeschossen werden.
- 6Phase 4:Vereinbarung (15–20 Min): Aus den Optionen eine Lösung auswählen, die für beide Seiten tragbar ist. Konkret formulieren: Wer tut was bis wann? Was passiert, wenn die Vereinbarung nicht eingehalten wird? Schriftlich festhalten und von beiden Parteien unterschreiben lassen.
- 7Follow-up (5 Min):Review-Termin in 4–6 Wochen vereinbaren. Dort prüfen: Wird die Vereinbarung gelebt? Sind neue Themen entstanden?
Materialliste
- Ruhiger
- neutraler Raum
- Flipchart oder Whiteboard für Themen und Vereinbarungen
- Stifte
- Mediationsvereinbarung (Vorlage)
- Timer