Workshop-Ablauf
Pluribus-Katalog

Harvard-Konzept

Quelle: Roger Fisher & William Ury (Getting to Yes, 1981), Harvard Negotiation Project ↗ nachlesen

Dauer
90–120 Min
Für
Einzelperson (Fachkraft), Einzelperson (Führungskraft), Team, Zwischen Teams
Geeignet für
Vor Ort, Remote, Hybrid

Wann einsetzen

Bei Verhandlungen zwischen Teams oder Stakeholdern, wenn Positionen verhärtet sind und keine Seite nachgeben will, bei Ressourcenkonflikten, oder als grundlegendes Verhandlungstraining für Teams.

Beschreibung

Verhandlungsmethode, die auf dem Bestseller „Getting to Yes“ von Roger Fisher und William Ury basiert. Das Harvard-Konzept ersetzt Positionsverhandlungen (ich will X, du willst Y) durch interessenbasiertes Verhandeln und ermöglicht so Lösungen, von denen beide Seiten profitieren.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. 1
    Einführung in die 4 Prinzipien (15 Min):Die 4 Grundprinzipien vorstellen, mit dem Orangenbeispiel und Alltagssituationen aus dem Teamkontext. Kernfrage: „Habt ihr schon mal eine Verhandlung erlebt, die unnötig eskaliert ist, weil beide Seiten auf ihrer Position beharrten?“
  2. 2
    Eigene Fallbeispiele sammeln (10 Min):Jede:r schreibt eine aktuelle oder kürzliche Verhandlungssituation auf. Das muss kein Drama sein: Ressourcenverteilung, Priorisierung oder Toolauswahl reichen. Einige Beispiele kurz vorstellen.
  3. 3
    Positionen vs. Interessen üben (20 Min):In Dreiergruppen das Orange-Prinzip anwenden: Person A und B übernehmen je eine Position aus einem der Fallbeispiele. Person C moderiert und fragt immer wieder: „Warum ist dir das wichtig? Was brauchst du wirklich?“ Die Positionen bleiben stehen, die Interessen werden daneben geschrieben.
  4. 4
    Optionen-Brainstorming (20 Min):Für ein ausgewähltes Fallbeispiel gemeinsam Lösungsoptionen entwickeln. Strenge Trennung: Erst 10 Min Ideen sammeln (alles erlaubt, keine Bewertung), dann 10 Min bewerten und filtern. Leitfrage: Welche Option bedient die Interessen beider Seiten am besten?
  5. 5
    Neutrale Kriterien erarbeiten (15 Min):Für Situationen, in denen Interessen tatsächlich kollidieren: Welche objektiven Maßstäbe könnten helfen? Gemeinsam eine Liste möglicher Kriterien erstellen. Beispiele: Marktübliche Gehälter, Best Practices, Nutzungsdaten, Expert:innen-Einschätzungen.
  6. 6
    BATNA bestimmen (10 Min):Die „Best Alternative to a Negotiated Agreement“: Was ist die beste Alternative, wenn keine Einigung gelingt? Jede:r bestimmt für eine eigene Situation die BATNA. Die BATNA gibt Verhandlungsmacht und schützt vor schlechten Deals.
  7. 7
    Transfer (10 Min):Alle nehmen sich eine konkrete Verhandlungssituation vor, in der sie diese Woche die 4 Prinzipien anwenden. Commitment aussprechen.

Materialliste

  • Flipchart mit den 4 Prinzipien
  • vorbereitete Fallbeispiele (optional)
  • Sticky Notes
  • Stifte
  • Timer