Pluribus-Bibliothek

Von Workshop bis zur Einzelübung: alles, was du brauchst, um Teams weiterzuentwickeln

5 Einträge

Themenfelder
Methode

Systemisches Konsensieren

Entscheidungsmethode, die nicht nach der größten Zustimmung fragt, sondern nach dem geringsten Widerstand. Statt „Wer ist dafür?“ wird gefragt „Wie viel Widerstand hast du gegen jeden Vorschlag auf einer Skala von 0–10?“ Die Lösung mit dem geringsten Gesamtwiderstand gewinnt. Warum Widerstand statt Zustimmung: Klassische Abstimmungen messen Begeisterung. Aber eine Option, die 60% begeistert und 40% entsetzt, ist oft schlechter als eine Option, die alle „okay“ finden. Systemisches Konsensieren findet die Option, mit der alle leben können. Der Nullvorschlag: Immer mitgemessen wird der „Nullvorschlag“, also die Frage, was passiert, wenn wir nichts tun. Das verhindert, dass eine schlechte Lösung durchgedrückt wird, nur weil „wir ja irgendwas entscheiden müssen“. Wenn der Nullvorschlag gewinnt, ist keine der vorgeschlagenen Optionen gut genug. Widerstand auf der Skala: 0 = kein Widerstand (ich kann gut damit leben), 10 = maximaler Widerstand (das kann ich auf keinen Fall mittragen). Die Bewertung ist anonym, was ehrliche Einschätzungen fördert. Die Summe aller Widerstandswerte pro Option ergibt den Gesamtwiderstand. Das Ergebnis ist oft überraschend: Die Option, die am lautesten propagiert wurde, hat selten den geringsten Widerstand. Stattdessen gewinnen Lösungen, die niemand auf dem Schirm hatte, weil sie niemanden stark belasten. Systemisches Konsensieren eignet sich besonders für Gruppen, in denen starke Persönlichkeiten die Diskussion dominieren, weil die anonyme Bewertung allen Stimmen gleiches Gewicht gibt.

Entscheidungen & Beteiligung Werte & Fairness
30–60 Min
Workshop-Ablauf

Harvard-Konzept

Verhandlungsmethode, die auf dem Bestseller „Getting to Yes“ von Roger Fisher und William Ury basiert. Das Harvard-Konzept ersetzt Positionsverhandlungen (ich will X, du willst Y) durch interessenbasiertes Verhandeln und ermöglicht so Lösungen, von denen beide Seiten profitieren. Menschen und Probleme trennen: Konflikte eskalieren, wenn Sachfragen und Beziehungsebene vermischt werden. „Du blockierst das Projekt“ greift die Person an. „Wir brauchen eine Entscheidung bis Freitag“ adressiert das Problem. Regel: Hart in der Sache, weich zu den Menschen. Interessen statt Positionen: Positionen sind das, was jemand fordert. Interessen sind das, was jemand wirklich braucht. Ein Beispiel: 2 Geschwister streiten um eine Orange (Position: Ich will die Orange). Eines will den Saft, das andere die Schale zum Backen (Interessen). Beide können bekommen, was sie brauchen. Optionen zum gegenseitigen Vorteil entwickeln: Statt den Kuchen zu verteilen (Nullsummenspiel), den Kuchen vergrößern. Kreative Lösungen suchen, die die Interessen beider Seiten bedienen. Dafür braucht es eine Phase des Brainstormings, getrennt von der Entscheidung. Neutrale Beurteilungskriterien: Wenn die Interessen wirklich gegenläufig sind: objektive Kriterien heranziehen (Marktwert, Präzedenzfälle, Expert:innenmeinungen, gesetzliche Regelungen). Nicht „ich bekomme mehr, weil ich lauter bin“, sondern „wir einigen uns auf einen fairen Maßstab“. Das Harvard-Konzept ist keine Theorie, sondern ein praktisches Werkzeug, das in 60 Minuten vermittelt und sofort im Teamalltag angewendet werden kann.

Konflikt Werte & Fairness Kommunikation & Feedback
90–120 Min