Systemisches Konsensieren
Entscheidungsmethode, die nicht nach der größten Zustimmung fragt, sondern nach dem geringsten Widerstand. Statt „Wer ist dafür?“ wird gefragt „Wie viel Widerstand hast du gegen jeden Vorschlag auf einer Skala von 0–10?“ Die Lösung mit dem geringsten Gesamtwiderstand gewinnt.
Warum Widerstand statt Zustimmung: Klassische Abstimmungen messen Begeisterung. Aber eine Option, die 60% begeistert und 40% entsetzt, ist oft schlechter als eine Option, die alle „okay“ finden. Systemisches Konsensieren findet die Option, mit der alle leben können.
Der Nullvorschlag: Immer mitgemessen wird der „Nullvorschlag“, also die Frage, was passiert, wenn wir nichts tun. Das verhindert, dass eine schlechte Lösung durchgedrückt wird, nur weil „wir ja irgendwas entscheiden müssen“. Wenn der Nullvorschlag gewinnt, ist keine der vorgeschlagenen Optionen gut genug.
Widerstand auf der Skala: 0 = kein Widerstand (ich kann gut damit leben), 10 = maximaler Widerstand (das kann ich auf keinen Fall mittragen). Die Bewertung ist anonym, was ehrliche Einschätzungen fördert. Die Summe aller Widerstandswerte pro Option ergibt den Gesamtwiderstand.
Das Ergebnis ist oft überraschend: Die Option, die am lautesten propagiert wurde, hat selten den geringsten Widerstand. Stattdessen gewinnen Lösungen, die niemand auf dem Schirm hatte, weil sie niemanden stark belasten.
Systemisches Konsensieren eignet sich besonders für Gruppen, in denen starke Persönlichkeiten die Diskussion dominieren, weil die anonyme Bewertung allen Stimmen gleiches Gewicht gibt.
Entscheidungen & Beteiligung Werte & Fairness
30–60 Min