Führungskräfte-Feedback (360-Grad-Feedback)
Strukturiertes Feedback-Format, bei dem eine Führungskraft Rückmeldungen aus allen Richtungen erhält: vom eigenen Team (aufwärts), von Peers (seitwärts), von der eigenen Führungskraft (abwärts) und optional von Kund:innen oder Stakeholdern. Das 360-Grad-Feedback durchbricht die größte blinde Stelle der Führung: Führungskräfte erfahren selten, wie ihre Führung tatsächlich erlebt wird.
Das Feedback-Vakuum: Je höher die Position, desto weniger ehrliches Feedback erhält man. Teammitglieder scheuen sich, der Chefin zu sagen, dass ihre Meetings ineffizient sind. Peers vermeiden Kritik, um die Beziehung nicht zu belasten. Das 360-Grad-Format schafft einen strukturierten, (teil-)anonymen Rahmen, der ehrliches Feedback ermöglicht.
Die Dimensionen: Typische Feedback-Dimensionen für Führungskräfte: Kommunikation (Klarheit, Zuhören, Transparenz). Entscheidungsfähigkeit (Schnelligkeit, Qualität, Einbeziehung). Empowerment (Delegation, Vertrauen, Entwicklungsförderung). Vorbildfunktion (Integrität, Verlässlichkeit, Umgang mit Druck). Strategisches Denken (Vision, Priorisierung, Kontextvermittlung). Feedback-Kultur (gibt und empfängt Feedback, schafft psychologische Sicherheit).
Anonymität vs. Offenheit. Die Gretchenfrage. Anonymes Feedback ist ehrlicher, aber weniger konkret. Offenes Feedback ist konkreter, aber oft geschönt. Empfehlung: Kombination. Quantitative Bewertungen (Skala 1–5) anonym, qualitative Kommentare optional namentlich. Das Team entscheidet gemeinsam über den Grad der Anonymität.
Der entscheidende Moment: Nicht die Datenerhebung macht den Unterschied, sondern was danach passiert. Eine Führungskraft, die 360-Grad-Feedback erhält und nichts verändert, zerstört Vertrauen. Eine Führungskraft, die offen sagt „Hier ist, was ich gelernt habe, und hier ist, was ich ändern werde“, baut Vertrauen massiv auf.
Kommunikation & Feedback Führung Veränderung & Lernen
120–150 Min (Gesamtprozess)