Psychological Safety Check
Quelle: Amy Edmondson (The Fearless Organization, 2018), Google Project Aristotle (2015) ↗ nachlesen
- Dauer
- 45–75 Min
- Für
- Team
- Geeignet für
- Vor Ort, Remote, Hybrid
- Phase im Workshop
- Sammeln
Wann einsetzen
Wenn das Team sich nicht traut, offen zu kommunizieren. Wenn Fehler versteckt statt besprochen werden. Wenn Innovation stagniert, weil niemand etwas Neues wagt. Vierteljährlich als regelmäßiger Gesundheitscheck der Teamkultur.
Beschreibung
Methode zur Messung und Stärkung der psychologischen Sicherheit im Team, dem wichtigsten Faktor für Teamperformance laut Googles Project Aristotle. Psychologische Sicherheit bedeutet: Teammitglieder trauen sich, Risiken einzugehen, Fehler zuzugeben, Fragen zu stellen und abweichende Meinungen zu äußern, ohne negative Konsequenzen zu befürchten.
Der Safety Check ist kein einmaliger Test, sondern ein regelmäßiges Ritual (empfohlen: vierteljährlich), das Trends sichtbar macht und gezielte nächste Schritte ermöglicht.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1Kontext setzen (10 Min):Erklären, was psychologische Sicherheit ist und warum sie für Teamperformance entscheidend ist. Googles Project Aristotle kurz vorstellen: Von 180 untersuchten Teams war psychologische Sicherheit der wichtigste Erfolgsfaktor, wichtiger als Struktur, Klarheit oder Ziele. Wichtig: Es geht nicht um „nett sein“, sondern um die Freiheit, ehrlich zu sein.
- 2Anonyme Befragung (10 Min):Die 7 Edmondson-Fragen vorlesen. Jede:r bewertet anonym auf einer Skala von 1–5. Papier-Zettel falten und einsammeln, oder digitales Tool (Google Forms, Mentimeter). Anonymität ist entscheidend, sonst messen wir nicht Sicherheit, sondern soziale Erwünschtheit.
- 3Ergebnisse auswerten (5 Min):Durchschnittswerte pro Frage berechnen und sichtbar machen (Flipchart oder Projektion). Reverse-coded Fragen umrechnen: Frage 1, 3, 5 invertieren (5 wird zu 1, 4 zu 2, etc.). Gesamtdurchschnitt als Index.
- 4Ergebnisse besprechen (20 Min):Gemeinsam die Ergebnisse betrachten. Leitfragen: „Was überrascht euch? Wo sind wir stark? Wo haben wir den größten Handlungsbedarf?“ Bei niedrigen Werten konkrete Beispiele sammeln: „Könnt ihr eine Situation beschreiben, in der ihr das Gefühl hattet, kein Risiko eingehen zu können?“ Die Moderation normalisiert: „Das sind keine Vorwürfe, sondern Informationen.“
- 5Nächste Schritte ableiten (15 Min):Für die 1–2 schwächsten Bereiche konkrete Vorhaben erarbeiten. Nicht „Wir müssen sicherer werden“ (zu vage), sondern „Ab sofort beginnt jede Retrospektive mit einer Fehler-des-Sprints-Runde, in der jede:r einen eigenen Fehler teilt“ (konkret). Die Führungskraft geht als Vorbild voran.
- 6Nächste Messung planen (5 Min):Termin für den nächsten Safety Check festlegen (empfohlen: in 3 Monaten). Ziel: Trends sichtbar machen. Steigen unsere Werte? Wirkt, was wir uns vorgenommen haben?
Materialliste
- Anonyme Befragungszettel oder digitales Tool
- Flipchart für Ergebnisse
- Edmondsons 7 Fragen (vorbereitet)
- Timer
- Taschenrechner