Workshop-Ablauf
OKR Workshop
Quelle: John Doerr (Measure What Matters), Andy Grove (Intel) ↗ nachlesen
- Dauer
- Halbtag (3–4 Std)
- Für
- Team, Zwischen Teams, Organisation
- Geeignet für
- Vor Ort, Remote, Hybrid
Wann einsetzen
Zu Beginn eines Quartals, bei strategischer Neuausrichtung, wenn das Team seine Ziele klarer definieren will, oder als Kickoff für ein neues Projekt.
Beschreibung
Strukturiertes Format zur gemeinsamen Erarbeitung von Objectives & Key Results, dem Zielsetzungssystem, das bei Google, Spotify und vielen Startups zum Standard gehört. Der Workshop führt ein Team in einem halben Tag von vagen Absichten zu konkreten, messbaren Zielen.
ObjectivesQualitative, inspirierende Ziele, die eine klare Richtung vorgeben. Ein gutes Objective beantwortet: „Wo wollen wir hin?“ Es ist ambitioniert, aber nicht unrealistisch. Beispiel: „Unsere Kund:innen lieben den Onboarding-Prozess.“
Key ResultsQuantitative, messbare Ergebnisse, die zeigen, ob das Objective erreicht wurde. Gute Key Results sind Outcomes (Was verändert sich?), nicht Outputs (Was liefern wir?). Beispiel: „Onboarding-Completion-Rate steigt von 40% auf 70%“ statt „Wir bauen 3 neue Tutorial-Seiten“.
Der Workshop verhindert die häufigsten OKR-Fehlerzu viele Objectives (max. 3–5), Key Results, die eigentlich Tasks sind, und OKRs, die niemand committed hat, weil sie top-down vorgegeben wurden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1Kontext setzen (15 Min):Den übergeordneten Rahmen klären: Unternehmensstrategie, Team-Mission, aktuelle Prioritäten. Frage: Was sind die 1–2 wichtigsten Themen für dieses Quartal? Wenn es Company-OKRs gibt: diese vorstellen und zeigen, wie Team-OKRs darauf einzahlen sollen.
- 2Objectives brainstormen (20 Min):Stilles Brainstorming, bei dem jede:r 2–3 mögliche Objectives auf Stickies schreibt. Gute Objectives sind: qualitativ (kein Zahlenwert im Objective selbst), inspirierend (man will morgens aufstehen, um daran zu arbeiten), zeitgebunden (implizit auf das Quartal bezogen). Schlechtes Beispiel: „5 neue Funktionen launchen.“ Gutes Beispiel: „Unsere treuesten Nutzer:innen empfehlen uns aktiv weiter.“
- 3Objectives clustern und priorisieren (15 Min):Ähnliche Stickies gruppieren, dann Dot-Voting. Maximal 3 Objectives für das Quartal auswählen. Weniger ist mehr. Faustregel: Wenn jemand sich nicht an alle OKRs erinnern kann, sind es zu viele.
- 4Key Results erarbeiten (45 Min):Für jedes Objective 2–4 Key Results definieren. Leitfrage: „Woran würden wir merken, dass wir dieses Objective erreicht haben?“ Jedes Key Result muss messbar sein und einen Startwert (Baseline) und Zielwert haben. Beispiel: „NPS von 30 auf 50 steigern.“ Red Flag: Wenn ein Key Result eine Aktivität beschreibt („Newsletter verschicken“), ist es ein Task, kein Key Result.
- 5Confidence Check (10 Min):Für jedes Key Result: Wie wahrscheinlich ist es, dass wir das erreichen? 50% Confidence ist der Sweet Spot: Das OKR ist ambitioniert, aber nicht unmöglich. Unter 30%: zu ambitioniert, wird demotivierend. Über 80%: zu leicht, kein Stretch.
- 6Verantwortlichkeiten klären (15 Min):Für jedes Key Result einen Owner bestimmen. Das ist nicht die Person, die alles allein macht, sondern die Person, die den Fortschritt trackt und bei Problemen Alarm schlägt.
- 7OKR-Board einrichten (10 Min):Alle OKRs sichtbar machen, auf einem physischen Board oder in einem Tool (z. B. Notion, Perdoo, Gtmhub). Wöchentliches Check-in vereinbaren: 15 Min pro Woche, um den Status jedes Key Results zu besprechen.
Materialliste
- Whiteboard oder Miro-Board
- Sticky Notes
- Stifte
- Dot-Sticker
- vorbereitete Company-OKRs (wenn vorhanden)
- Timer