Workshop-Ablauf
Pluribus-Katalog

OKR Workshop

Quelle: John Doerr (Measure What Matters), Andy Grove (Intel) ↗ nachlesen

Dauer
Halbtag (3–4 Std)
Für
Team, Zwischen Teams, Organisation
Geeignet für
Vor Ort, Remote, Hybrid

Wann einsetzen

Zu Beginn eines Quartals, bei strategischer Neuausrichtung, wenn das Team seine Ziele klarer definieren will, oder als Kickoff für ein neues Projekt.

Beschreibung

Strukturiertes Format zur gemeinsamen Erarbeitung von Objectives & Key Results, dem Zielsetzungssystem, das bei Google, Spotify und vielen Startups zum Standard gehört. Der Workshop führt ein Team in einem halben Tag von vagen Absichten zu konkreten, messbaren Zielen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. 1
    Kontext setzen (15 Min):Den übergeordneten Rahmen klären: Unternehmensstrategie, Team-Mission, aktuelle Prioritäten. Frage: Was sind die 1–2 wichtigsten Themen für dieses Quartal? Wenn es Company-OKRs gibt: diese vorstellen und zeigen, wie Team-OKRs darauf einzahlen sollen.
  2. 2
    Objectives brainstormen (20 Min):Stilles Brainstorming, bei dem jede:r 2–3 mögliche Objectives auf Stickies schreibt. Gute Objectives sind: qualitativ (kein Zahlenwert im Objective selbst), inspirierend (man will morgens aufstehen, um daran zu arbeiten), zeitgebunden (implizit auf das Quartal bezogen). Schlechtes Beispiel: „5 neue Funktionen launchen.“ Gutes Beispiel: „Unsere treuesten Nutzer:innen empfehlen uns aktiv weiter.“
  3. 3
    Objectives clustern und priorisieren (15 Min):Ähnliche Stickies gruppieren, dann Dot-Voting. Maximal 3 Objectives für das Quartal auswählen. Weniger ist mehr. Faustregel: Wenn jemand sich nicht an alle OKRs erinnern kann, sind es zu viele.
  4. 4
    Key Results erarbeiten (45 Min):Für jedes Objective 2–4 Key Results definieren. Leitfrage: „Woran würden wir merken, dass wir dieses Objective erreicht haben?“ Jedes Key Result muss messbar sein und einen Startwert (Baseline) und Zielwert haben. Beispiel: „NPS von 30 auf 50 steigern.“ Red Flag: Wenn ein Key Result eine Aktivität beschreibt („Newsletter verschicken“), ist es ein Task, kein Key Result.
  5. 5
    Confidence Check (10 Min):Für jedes Key Result: Wie wahrscheinlich ist es, dass wir das erreichen? 50% Confidence ist der Sweet Spot: Das OKR ist ambitioniert, aber nicht unmöglich. Unter 30%: zu ambitioniert, wird demotivierend. Über 80%: zu leicht, kein Stretch.
  6. 6
    Verantwortlichkeiten klären (15 Min):Für jedes Key Result einen Owner bestimmen. Das ist nicht die Person, die alles allein macht, sondern die Person, die den Fortschritt trackt und bei Problemen Alarm schlägt.
  7. 7
    OKR-Board einrichten (10 Min):Alle OKRs sichtbar machen, auf einem physischen Board oder in einem Tool (z. B. Notion, Perdoo, Gtmhub). Wöchentliches Check-in vereinbaren: 15 Min pro Woche, um den Status jedes Key Results zu besprechen.

Materialliste

  • Whiteboard oder Miro-Board
  • Sticky Notes
  • Stifte
  • Dot-Sticker
  • vorbereitete Company-OKRs (wenn vorhanden)
  • Timer