Wann einsetzen
Nach Workshops mit inhaltlichem Anspruch, nach Schulungen und Lernformaten, und wenn geprüft werden soll, ob die Kernbotschaft tatsächlich angekommen ist.
Beschreibung
Jede Person nennt den einen Gedanken, den sie aus diesem Workshop mitnimmt. Nicht, was gut war, nicht, was fehlte, sondern was hängengeblieben ist.
Die Frage erzwingt eine Auswahl, und die Auswahl ist die Lernleistung. Wer aus 4 Stunden Arbeit einen Satz destillieren muss, verarbeitet den Inhalt noch einmal. Ohne diesen Schritt bleibt der Workshop eine Abfolge von Aktivitäten, an die man sich eine Woche später vage erinnert.
Für die Gruppe ist die Runde außerdem eine kostenlose Wiederholung: Jede Person hört 10 verschiedene Take-aways und bemerkt oft etwas, das ihr selbst entgangen war. Für die Moderation ist es die ehrlichste Erfolgskontrolle: Wenn niemand das nennt, worum es eigentlich ging, ist es nicht angekommen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1Frage präzise stellen (1 Min):„Was ist der eine Gedanke, den du mitnimmst?“ Nicht „Was hat dir gefallen?“, denn die Frage nach dem Gefallen produziert Höflichkeit, die nach dem Gedanken produziert Inhalt.
- 2Kurz aufschreiben lassen (2 Min):Jede Person notiert ihren Satz für sich. Der schriftliche Zwischenschritt verhindert, dass die Späteren einfach die Früheren wiederholen.
- 3Reihum vortragen (5–7 Min):Ein Satz pro Person. Keine Rückfragen, keine Ergänzungen durch die Moderation.
- 4Nicht zusammenfassen:Die Versuchung ist groß, am Ende alles in eine Botschaft zu bündeln. Das nimmt der Runde den Wert, denn die Vielfalt der Take-aways ist das Ergebnis.
- 5Einsammeln (1 Min):Die Zettel mitnehmen oder abfotografieren. Sie zeigen, was wirklich angekommen ist, oft etwas anderes als geplant.
Materialliste
- Zettel und Stifte
- Remote: Chat oder ein Board, auf dem alle ihren Satz hinterlassen