Wann einsetzen
Wenn ein komplexes Thema viele Facetten hat und die Antworten in der Gruppe liegen, nicht bei einzelnen Expert:innen. Für Strategie-Workshops, Community-Events, abteilungsübergreifende Innovation oder Organisationsentwicklung.
Beschreibung
Selbstorganisiertes Konferenzformat, bei dem die Teilnehmenden die Agenda vollständig selbst bestimmen. Es gibt kein vorgegebenes Programm. Stattdessen bieten Teilnehmende Sessions zu Themen an, die ihnen wichtig sind, und alle anderen wählen frei, wo sie teilnehmen.
Das Herzstück ist das „Gesetz der zwei Füße“Wenn du in einer Session weder lernst noch beiträgst, geh weiter. Das ist kein Affront, sondern erwünscht. Open Space funktioniert erstaunlich gut für 15 bis 500+ Personen und wird oft für komplexe Themen eingesetzt, bei denen niemand allein die Antworten hat.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1Einführung (10 Min):Das übergeordnete Thema vorstellen, z. B. „Wie gestalten wir die Zukunft unserer Produktentwicklung?“ Die 4 Prinzipien erklären: (a) Wer auch immer kommt, es sind die richtigen Leute. (b) Was auch immer passiert, es ist das Einzige, was hätte passieren können. (c) Wann immer es beginnt, es ist die richtige Zeit. (d) Wenn es vorbei ist, ist es vorbei.
- 2Das Gesetz der zwei Füße erklären:Wenn du in einer Session weder lernst noch beiträgst, nutze deine zwei Füße und geh zu einer anderen Session. Das ist nicht unhöflich, sondern verantwortungsvoll. „Hummeln“ (die viel wechseln) tragen Ideen zwischen Sessions. „Schmetterlinge“ (die in der Kaffeepause bleiben) schaffen Räume für Zufallsgespräche.
- 3Marketplace (15–20 Min):Wer ein Thema anbieten will, kommt nach vorne, schreibt Titel und Namen auf ein Blatt, stellt es in 30 Sekunden vor und heftet es an die Agenda-Wand (Matrix aus Zeitslots × Räumen). Kein Pitch nötig, eine Frage reicht als Session-Thema.
- 4Agenda finalisieren:Teilnehmende schauen sich die Wand an und sortieren sich zu. Überschneidungen oder Zusammenlegungen passieren spontan.
- 5Sessions durchführen (je 45–60 Min):Die Person, die die Session anbietet, moderiert. Ergebnisse werden auf Flipchart oder digital protokolliert. Das Protokoll ist Pflicht, denn es sichert die Ergebnisse für alle.
- 6Abschlussrunde (20 Min):Alle kommen zusammen. Runde: Was war die wichtigste Erkenntnis? Was nehme ich mit? Was mache ich als Nächstes? Keine Zusammenfassung aller Sessions, nur persönliche Highlights.
Materialliste
- Große Agenda-Wand (Pinnwand oder Papierbahn)
- A4-Blätter für Session-Vorschläge
- Flipcharts oder Laptops für Session-Protokolle
- Marker
- Timer
- flexible Bestuhlung in mehreren Räumen oder Ecken