Facilitation
Pluribus-Katalog

Liberating Structures: 1-2-4-All

Quelle: Henri Lipmanowicz & Keith McCandless (Liberating Structures) ↗ nachlesen

Dauer
12–15 Min
Für
Team, Zwischen Teams, Organisation
Geeignet für
Vor Ort, Remote, Hybrid
Phase im Workshop
Sammeln

Wann einsetzen

Immer dann, wenn nur wenige Stimmen dominieren. Nach einer Präsentation statt „Gibt es Fragen?“. Zum Einstieg in ein komplexes Thema. Oder wenn eine Gruppe zu groß für eine offene Diskussion ist.

Beschreibung

Skalierbares Beteiligungsformat aus der Liberating-Structures-Sammlung. In 4 Stufen werden alle Stimmen einbezogen, auch die leiseren: Erst denkt jede Person allein nach (1), dann tauschen sich Paare aus (2), dann Vierergruppen (4), dann das Plenum (All). Der Clou: In jeder Runde wird das Beste der vorherigen verdichtet. So entstehen aus individuellen Gedanken gemeinsam getragene Ideen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. 1
    Frage formulieren (1 Min):Eine offene, einladende Frage sichtbar aufschreiben. Gute Fragen beginnen mit „Was …“, „Wie könnten wir …“, „Was wäre, wenn …“. Beispiel: „Was wäre der erste Schritt, um unsere Deployment-Häufigkeit zu verdoppeln?“
  2. 2
    Allein nachdenken, „1“ (1 Min):Jede Person denkt still für sich nach. Keine Diskussion, kein Flüstern. Optional: Gedanken kurz auf einem Zettel notieren. Dieser Schritt ist entscheidend. Er gibt introvertierten Personen die Chance, ihre Gedanken zu ordnen, bevor die Gruppenenergie übernimmt.
  3. 3
    Paargespräch, „2“ (2 Min):Zu zweit austauschen. Was hast du dir überlegt? Wo gibt es Überschneidungen? Es geht nicht um Konsens, sondern um gegenseitiges Bereichern. Die Paare bilden sich spontan mit der nächsten Person.
  4. 4
    Vierergruppe, „4“ (4 Min):2 Paare finden sich zusammen. Aufgabe: Teilt die wichtigsten Ideen aus euren Paargesprächen. Findet Gemeinsamkeiten. Formuliert 1–2 Kernerkenntnisse, die ihr dem Plenum vorstellen könnt.
  5. 5
    Plenum, „All“ (5 Min):Jede Vierergruppe teilt ihre wichtigste Erkenntnis. Die Moderation sammelt auf einem Board. Keine Wiederholungen: Wenn es schon gesagt wurde, „Daumen hoch“ statt nochmal erzählen.
  6. 6
    Auswertung:Die gesammelten Erkenntnisse clustern oder direkt als Grundlage für die nächste Entscheidung nutzen.

Materialliste

  • Keine speziellen Materialien nötig
  • Optional: Sticky Notes für die Notizen in Schritt 2, Timer für die Timeboxes