Wann einsetzen
Nach Workshops und Trainings, in Teams, die Feedback erst einüben, und wenn differenziertes Feedback gebraucht wird, aber keine Zeit für ein großes Format bleibt.
Beschreibung
Die Hand als Feedbackstruktur. Daumen: das war gut. Zeigefinger: darauf will ich hinweisen. Mittelfinger: das hat mir nicht gefallen. Ringfinger: das nehme ich mit. Kleiner Finger: das kam mir zu kurz.
Die Hand ist eine Merkhilfe, die niemand vergisst, und sie deckt 5 verschiedene Feedbackarten ab, die sonst durcheinandergehen. Vor allem gibt sie dem unangenehmen Teil einen legitimen Platz: Der Mittelfinger ist erwartet, nicht Nörgelei. In vielen Gruppen ist das der Unterschied zwischen brauchbarem und höflichem Feedback.
Gut geeignet für Teams, die Feedback noch üben, weil die Struktur die Formulierungsarbeit übernimmt. Wer nicht weiß, wie man Kritik anbringt, kann trotzdem „Mittelfinger: die Diskussion nach der Pause“ sagen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1Hand erklären (2 Min):Die 5 Finger durchgehen und die Bedeutungen sichtbar aufschreiben. Ausdrücklich einladen, den Mittelfinger zu nutzen, sonst bleibt er leer und das Feedback unbrauchbar.
- 2Still notieren (3 Min):Jede Person notiert zu mindestens 3 Fingern etwas. Nicht alle 5 verlangen, sonst wird gefüllt statt gedacht.
- 3Reihum vortragen (5–8 Min):Jede Person nennt ihre Punkte, benennt dabei den Finger. Keine Diskussion, kein Verteidigen durch die Moderation.
- 4Mitschreiben (parallel):Die Moderation notiert besonders Mittelfinger und kleinen Finger, denn das sind die Punkte mit Handlungsbedarf.
- 5Eine Konsequenz benennen (2 Min):Zum Abschluss laut sagen, was aufgrund des Feedbacks konkret anders wird. Ohne diesen Satz war es Sammeln ohne Wirkung.
Materialliste
- Zettel und Stifte
- die 5 Bedeutungen sichtbar aufgeschrieben.