Affinity Mapping
Quelle: Jiro Kawakita (KJ-Methode, 1960er Jahre) ↗ nachlesen
- Dauer
- 20–40 Min
- Für
- Team
- Geeignet für
- Vor Ort, Remote, Hybrid
- Phase im Workshop
- Verdichten
Wann einsetzen
Immer wenn viele unstrukturierte Datenpunkte in Themenfelder sortiert werden sollen: nach User-Interviews, Brainstormings, Feedback-Runden oder Retros. Auch gut, um nach einer Recherche-Phase Muster zu erkennen.
Beschreibung
Gruppierungsmethode, bei der unstrukturierte Ideen, Daten oder Feedback physisch sortiert werden, bis natürliche Themenfelder sichtbar werden. Das Besondere: Die Gruppierung passiert weitgehend schweigend. Alle bewegen gleichzeitig Stickies zu ähnlichen Themen, ohne zu diskutieren. Dadurch entsteht eine Struktur, die von der Gruppe getragen wird, statt von einer einzelnen Person vorgegeben zu sein.
Affinity Mapping ist keine eigenständige Workshop-Methode, sondern ein mächtiges Werkzeug, das in fast jeden Workshop eingebaut werden kann: nach Brainstormings, User Research, Feedback-Sammlungen oder Interviews.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1Material vorbereiten:Alle Ideen/Datenpunkte müssen auf einzelnen Stickies stehen (eine Idee pro Sticky, in 3–7 Worten). Wenn die Stickies aus einem vorherigen Brainstorming kommen, sind sie schon da. Sonst: Jetzt schreiben lassen.
- 2An die Wand:Alle Stickies ungeordnet an eine große Wandfläche heften. Keine Struktur, keine Kategorien, einfach alles nebeneinander.
- 3Still gruppieren (5–10 Min):Alle stehen auf und beginnen gleichzeitig, Stickies zu verschieben. Wer zwei ähnliche Stickies sieht, schiebt sie zusammen. Kein Reden, nur schauen und bewegen. Wenn jemand anderer Meinung ist, darf die Sticky zurückgeschoben werden. Das ist normal und kein Konflikt. Tipp: Wenn eine Sticky hin- und hergeschoben wird, duplizieren und in beide Cluster legen.
- 4Cluster benennen (5 Min):Für jede Gruppe gemeinsam eine Überschrift finden. Die Überschrift sollte das Thema beschreiben, nicht die Stickies auflisten. Schlecht: „Code, Tests, Reviews.“ Gut: „Entwicklungsqualität.“
- 5Ausreißer platzieren:Stickies, die in keine Gruppe passen, stehen lassen: Sie sind oft die interessantesten Insights.
- 6Diskussion und Priorisierung:Die Cluster diskutieren: Welche sind am größten? Welche am überraschendsten? Optional: Dot-Voting auf die wichtigsten Cluster.
Materialliste
- Sticky Notes (viele)
- große Wandfläche oder Board (mind. 1.5m breit)
- Stifte
- optional Dot-Sticker